Am Sonntag ist Tag der Väter
Donnerstag, den 12. Juni 2008 um 10:12 Uhr
Am kommenden Sonntag 15. Juni 2008 wird einmal mehr der internationale Vatertag gefeiert. mannschafft möchte zu diesem Feiertag die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die vielen Väter richten, welche sich engagiert um ihre Töchter und Söhne kümmern (oder gerne kümmern wollten).
Heute ist den meisten Vätern klar, dass sie mehr für ihre Kinder tun können, als Geld heranzuschaffen: Sie fordern und fördern ihre Jungen und Mädchen. Sie ermutigen ihre Kinder zum bewussten Eingehen von Risiken, zum Ausloten ihrer Grenzen. Sie bauen ihre Töchter und Söhne nach einem allfälligen Misserfolg wieder auf und zeigen ihnen alternative Wege zum Erfolg. Und sie zeigen ihren Kindern ihre Grenzen.
Auch im gesellschaftlichen Diskurs und in der sozialwissenschaftlichen Forschung wird die Bedeutung der Väter immer wieder betont: Allenthalben wird die vaterlose" Gesellschaft" beklagt. Und bei einer jugendlichen Grenzübertretung wird schnell debattiert, ob wohl das Fehlen der Väter, ja der männlichen Bezugspersonen generell dafür verantwortlich sein könnte. Bereits wird gefordert, dass der Anteil an Kindergarten- und Primarschul-Lehrer massiv gesteigert werden müsse, um den Jungen und Mädchen wenigstens im schulischen Kontext männliche Vorbilder zu sichern.
Vor diesem Hintergrund kann es nur verblüffen, dass in der familienrechtlichen Gesetzgebung, Rechtsprechung und Lehre die leiblichen Väter noch immer als quantité négligeable" behandelt werden. Das Schweizer Recht sieht de facto das Kind - ironischerweise als Kindeswohl" verklausuliert - als Eigentum" der Mutter:
- Alle wichtigen Entscheidungen können in der Schweiz faktisch von der Mutter alleine gefällt werden (und gemäss Revisionsentwurf zum Namensrecht soll faktisch auch nur noch sie über Familienname und Heimatort des Kindes bestimmen können). Eine Mutter geniesst hierzulande ein fast schrankenloses Selbstverwirklichungsrecht, womit sie fast jeden Verstoss gegen Kindeswohl und elterliche Kooperation rechtfertigen kann.
- Den Vätern ist demgegenüber in der Schweiz nur das Recht" sicher, für das finanzielle Wohl des Kindes (und meist auch der Mutter) zu sorgen. Alle anderen, ihnen gesetzlich oder aufgrund eines Gerichtsurteils zustehenden Rechte (z.B. Umgang, Mitentscheidung, Anhörung, Information) sind in der Schweiz reine Papiertiger - sie werden von den Behörden gegen eine renitente Mutter nicht durchgesetzt.
Seit Jahren zeigen die Schweizer Väter immer mehr Engagement für ihre Kinder! Dies bringt insbesondere den Kindern, aber auch den Müttern grosse Vorteile. Bei einem Fortbestand der hierzulande die Behördenakte bestimmenden Prämissen, Das Kind gehört zur Mutter" und Geht es der Mutter gut, geht es dem Kind gut" und der damit implizit verbundenen Väterfeindlichkeit riskieren wir jedoch eine Zurückentwicklung zum (nun aus Selbstschutz) Verantwortung und Innigkeit scheuenden Vater. Es gilt daher, die Väter, welche trotz allen damit verbundenen Schwierigkeiten und Risiken ihr Herz für ihre Kinder öffnen, auf breiter Ebene moralisch zu unterstützen. Der internationale Vätertag ist die Gelegenheit dazu.
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