Interview zur Antifeminismus-Tagung
Mittwoch, den 13. Oktober 2010 um 06:58 Uhr
Das Medieninteresse an der bevorstehenden Antifeminismus-Tagung ist weiterhin sehr gross. Dabei ist es wichtig, der Öffentlichkeit den Standpunkt von mannschafft zu diesem Thema zu erläutern. Nicht tumber Frauenhass ist das Thema, sondern die Bekämpfung des Feminismus als aggressiver und totalitärer Ideologie, der Hass in die Herzen der Menschen sät. mannschafft-Vorstandsmitglied Michael De Luigi gab in diesem Zusammenhang der Aargauer Zeitung ein Interview, das am heutigen 13. Oktober in der Aargauer Zeitung erscheinen soll:
Die Schweiz steht bei der Gleichstellung im internationalen Vergleich auf Rang 10. Freut Sie das?
Der Begriff Gleichstellung wird in der Schweiz in der Regel auf Frauenrechte bezogen. In dem Sinn sind wir schon sehr fortgeschritten. Wenn aber Gleichstellung die Gleichberechtigung beider Geschlechter meint, sind wir davon meilenweit entfernt. Deshalb empfinde ich Freude darüber als eine Verhöhnung von allen Opfern der Feministen.
Sie beklagen, dass die Schweiz das männerfeindlichste Familienrecht der Welt habe.
Lange haben die Feministinnen gefordert, dass man den armen Frauen helfen müsse. Und heute ist das Gegenteil die Realität. Im Familienrecht werden die Frauen stark bevorzugt. Väter sind im heutigen Familienrecht fast rechtlos. Die Behörden und Gerichte missachten systematisch die Bundesverfassung, die Menschenrechtskonvention und sogar die Kinderrechtskonvention. Väter müssen primär einfach Geld liefern. Die paar Sätze im Gesetz, die Rechte für Väter einräumen, werden praktisch nicht umgesetzt. So sind Väter eigentlich Menschen zweiter Klasse.
Wie wollen Sie das ändern?
Es braucht dringend einen Mentalitätswandel. Kinder dürfen nicht mehr als Eigentum der Frauen gelten. Man muss anerkennen, dass Kinderbetreuung und Erziehung eine gemeinsame Aufgabe von Müttern und Vätern ist – auch dann, wenn man nicht mehr zusammenlebt.
Ihr Ziel ist also die Umsetzung des gemeinsamen Sorgerechts?
Der Entwurf dafür liegt eigentlich schon lange in der Schublade von Bundesrätin Widmer-Schlumpf. Aber auch dann sind unsere Ziele längst nicht erreicht. Die Gefahr ist, dass die Gerichte weiterhin – dann einfach gesetzeskonform – die Kinder als Herrschaftsobjekte von Müttern betrachten. Es ist blauäugig zu glauben, mit dem gemeinsamen Sorgerecht seien die Probleme gelöst.
Was für Probleme sehen Sie denn weiter für die Männer?
Männer bleiben faktisch zu oft von der Kinderbetreuung ausgeschlossen, weil es sehr schwierig ist, als Mann einen Teilzeitjob zu finden. Dagegen passiert in der Schweiz gar nichts. Wäre das nämlich möglich, fällt das Argument weg, dass Frauen schlechter Karriere machen können, weil der Arbeitgeber immer das Risiko eingehen muss, dass eine Frau wegen der Kindererziehung ausfällt. Wenn Vater und Mutter beide betreuen, ist die Risikoverteilung für beide gleich. Aber ein Versuch in diese Richtung mit der Forderung nach einem Vaterschaftsurlaub wurde bisher abgeschmettert.
Sie reden an der kommenden Antifeminismustagung. Warum sind Sie so radikal gegen die Frauen?
Ich bin weit davon entfernt, alle Frauen mit den Feministen in den gleichen Topf zu werfen. Was ich den Feministen vorwerfe die meines Erachtens nur eine kleine Minderheit von Frauen vertreten ist, dass sie für ihre Ideologie Kinder instrumentalisieren. Es steht nicht eine Gleichberechtigung im Zentrum, sondern die Anhäufung von Macht für die Frauen. Dagegen wende ich mich.
Michael de Luigi ist im Vorstand des Väter-Vereins «mannschafft».
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Herr de Luigi