Eindrücke vom Antifeminismus-Treffen
Dienstag, den 28. Juni 2011 um 18:42 Uhr
Dieses Mal nicht als Referenten, sondern lediglich als Gäste nahmen Vertreter von mannschafft am diesjährigen Antifeminismus-Kongress in Winterthur teil. Der abschliessende Eindruck dieser Veranstaltung ist ein durchaus zwiespältiger.
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In vielen Belangen hat dieses zweite Anti-Feminismus-Treffen an seinen Vorgänger im Herbst erinnert: Wieder hatten feministische Linkschaoten Schaum vor dem Mund, wieder gab es vorher und nachher hämische und verzerrte Berichte in den Medien, und wieder konnte die Verantstaltung nur unter konspirativen Bedingungen und unter Polizeischutz stattfinden. Doch auch inhaltlich gab es in vielen Belangen ein Déjà-vu-Erlebnis. Dies lag nur zum Teil daran, dass einige der Referenten die gleichen wie am ersten Treffen im letzten Oktober waren. Die Organisatoren um das feministische Hassobjekt René Kuhn und dem IGAF-Präsidenten Urs Bleicker sind recht offen (man könnte auch sagen nonchalant) mit den Einladungen an ihre Referenten umgegangen. Die Folge davon war, dass neben sehr interessanten Referaten auch eine beachtliche Menge an Schrott zu ertragen war. Zudem haben die Organisatoren es verpasst, der Veranstaltung durch Gesprächs- und Fragerunden und kontradiktorischen Diskussionen den eigentlichen inhaltlichen Mehrwert zu verleihen. So blieb die Tagung eine Aneinanderreihung (dem inhaltlich versierten Besucher bereits vertrauten) einzelner Positionen der Referenten, ohne dass eine Gelegenheit bestanden hätte, ebendiese Positionen durch Fragen oder Kritik zu erschüttern.
Dabei hätte es an Diskussionsstoff nicht gemangelt. Dies nicht nur beim Referat von Markus Theunert, Präsident von männer.ch, dem Dachverband der Schweizerischen Männerorganisationen und selbstproklamierter Dachverband der Schweizer Väterorganisationen (bloss merkwürdig, dass bei männer.ch gerade einmal eine 1-Mann-Väterorganisation mitmacht, aber das ist ein anderes Thema...). Zwischem ihm und Michail Savvakis, dem unangefochtenen theoretischen Vordenker des Antifeminismus, war gerade ein kontroverses Rededuell entstanden, dem der interessierte Zuhörer gerne weiter gefolgt wäre, hätte es der Tagungsleiter nicht aus Zeit- und anderen Gründen abgeklemmt.
Spannend war auch die Begegnung mit Monika Ebeling, der von der feministischen Kamarilla geschassten Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Goslar. Beim Mittagessen hat sie ein wenig von ihren einschlägigen Erfahrungen mit dem feministischen Mobbing erzählt, dessen Opfer sie wurde. Sie war vom Rat der Stadt abgewählt worden, weil sie sich erdreistet hatte, ihre Aufgabe als 'Gleich'stellungsbeauftragte ernst zu nehmen und sich auch gegen die Diskriminierung vom Männern einzusetzen. Ebeling erzählt von Ratsmitgliedern, die sie abwählten, obwohl sie nie etwas von ihr gelesen, geschweige denn mit ihr gesprochen hatten. Ihre Abwahl war eine von bestimmten Kreisen ausserhalb der Stadt inszenierte Mobbing-Aktion gegen eine 'unbotmässige' Gleichstellungsbeauftragte, die sich vom feministischen Furor verabschiedet hat, der für die politischen Entscheidungsträger in Deutschland zwingend zu diesem Amt gehört und sich stattdessen für eine echte Gleichbehandlung der Geschlechter einsetzt. Frau Ebelings Redetext findet sich hier.
Spannend waren auch die Ausführung des in Wien lehrenden Geschlechterforschers Prof. Gerhard Amendt zum Umgang mit Häuslicher Gewalt. Amendt verurteilte die institutionalisierten Frauenhäuser als Horte von Ideologie und Inkompetenz; bei Frauenhäuser zähle die feministische Ideologie mehr als die wirksame und nachhaltige Bekämpfung Häuslicher Gewalt. Wohl ohne es zu wissen, skizzierte Amendt die Situation im Kanton Zürich: Der Kampf gegen Häusliche Gewalt ist bei uns eine Waffe im Kampf gegen Männer und Väter, nicht ein gesellschaftlich zu verstehendes Phänomen, das ein umfassendes, unvoreingenommenes Verständnis der Problemlage und pragmatische Ansätze zu deren Lösung verlangen würde. Um Häusliche Gewalt nachhaltig beseitigen zu können, propagiert Amendt einen systemischen Ansatz: Häusliche Gewalt entsteht und äussert sich im Kontext von Beziehung und Familie, und dort müssen alle Bestrebungen ihren Anfang nehmen, um sie nachhaltig beseitigen zu können. Dies schliesst weder eine individuelle Verantwortung noch eine individualisierte Behandlung von einzelnen Familienmigliedern (der systemische Ansatz vermeidet den Begriff 'Täter') aus.
Wenig Begeisterung vermochte der Vortrag von Gabriele Kuby auslösen. Diese katholisch inspirierte Autorin argumentiert ähnlich wie die deutsche Fernsehjournalistin Eva Herrmann: Die klassische, traditionelle Familie als Hort von Friede, Freude, Eierkuchen und deshalb allen anderen Lebensformen überlegen. Familiäre Konflikte finden in der Sicht von Frau Kuby nicht statt. Diese Sicht scheint in ihrem Absolutheitsanspruch eine reichlich verklärende und idealistische Sicht auf das Phänomen Familie; verscherzt hat sie es sich jedoch mit der Aussage, dass aufgrund der spezifischen Biologie der Frau die Empathiefähigkeit ihres Gehirns a priori der männlichen überlegen sei. Der geneigte Zuhörer fragte sich zu diesem Zeitpunkt, woher dann die geradezu herodische Eiseskälte herkommt, mit der Feministinnen Kinder quälen, wenn sie ihnen die Beziehung zu ihrem ledigen oder geschiedenen Vater zerstören. Aus der natürlich angelegten Empathiefähigkeit des weiblichen Hirns?
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