mannschafft verurteilt dümmliche BLICK-Kolumne
Samstag, den 17. November 2007 um 00:00 Uhr
Piero Esteriore war ihm noch nicht genug: Nun hat der zynische BLICK-Kolumnist Gion Mathias Cavelty auch Daniel Neuhaus und mannschaft zur Zielscheibe seiner vor Häme triefenden Ergüsse gemacht.
In seiner Kolumne 'Tatort Cavelty' im heutigen BLICK macht sich Cavelty über Daniel Neuhaus und seinen Vortrag über Häusliche Gewalt gegen Männer lustig, den dieser am Dienstag, 13.11. bei mannschafft gehalten hat. Der Beitrag ist nicht nur ein Affront gegenüber Daniel Neuhaus, der sich in seiner Freizeit und unter grossen persönlichen Gefahren (sein Fall ist bei den Behörden noch hängig) für ein Thema engagiert, von dem kaum jemand in den staatlichen Institutionen etwas wissen will. Caveltys jämmerliches Gelaber ist auch und vor allem eine schwere Demütigung der Opfer weiblicher Gewalt. Es reicht nicht, dass die Opfer weiblicher Gewalt von Medien und Behörden in der Regel tot geschwiegen werden, weil sie nicht in die dort üblichen feministischen Denkschablonen passen. Mit Beiträgen wie diesen werden diese Opfer noch einmal bestraft; nicht nur eine ihnen nahe stehende Person tut ihnen Gewalt an, sondern auch die Gesellschaft in der Form der 'stärksten Zeitung der Schweiz' (Eigenwerbung). Diese Form der sekundären Viktimisierung ist nicht annehmbar und in höchstem Masse verwerflich. Aus diesem Grund fordert mannschafft im Namen der Opfer von Frauengewalt eine offizielle Entschuldigung von Gion Mathias Cavelty und der BLICK-Chefredaktion.
Hier ist der der Originaltext.
Lesen Sie die Antwort von mannschafft-Vorstandsmitglied Michael De Luigi an Cavelty:
Sehr geehrter Herr Cavelti
Ich habe heute von Ihrem Erguss im Blick erfahren und konnte nicht umhin, ihn mir zu Gemüte zu führen. Ich möchte dazu im Hinblick auf Sie persönlich Stellung nehmen. Die Rolle des BLICK wird an geeigneter Stelle erörtert werden.
Ich bin derjenige, der die Veranstaltung organisiert und co-moderiert hat, also werden Sie sich wohl auch noch an mich erinnern. Zunächst eine Richtigstellung: Die Aussage, es seien die Intellektuellen usw., welche die Finger aus dem Allerwertesten nehmen sollten, ist nicht zutreffend. Diese Worte waren an die Männer im Allgemeinen gerichtet. Im Übrigen bedauern sowohl ich selbst wie auch die übrigen Mitglieder des Vorstandes diese Wortwahl; sie entspricht nicht unserer Ausdrucksweise bei mannschafft.
Wie ich in der Einleitung erwähnt habe, ist Herr Neuhaus kein Intellektueller, sondern ein Mitglied der Arbeiterklasse. Warum wundern Sie sich, wenn er sich so ausdrückt, wie halt am Stammtisch gesprochen wird? Meines Wissens richtet sich auch der BLICK trotz aller pseudo-intellektueller Klimmzüge (zu denen ich Ihre Kolumne nicht zählen möchte) gerade an diese Klientel. Also? Wenn Sie auch nur einen Funken journalistischen Gespürs hätten, würden Sie sich fragen, weshalb sich ausgerechnet ein 'Büezer' mit diesem Thema herumschlägt und sich niemand an unseren Universitäten und den Behörden damit beschäftigt; und warum im Gegenteil diese Institutionen Brutstätte und Rückzugsgebiet feministischer HasspredigerInnen geworden sind.
Umso bedauerlicher ist es, dass Sie - mit zugegebenermassen etwas gewählteren Formulierungen - für Ihre Kolumne das gleiche Niveau wie diese Aussage gewählt haben. Es mag sein, dass Sie prügelnde Frauen lustig finden (das Reich der menschlichen Perversionen ist ja unermesslich). Was Sie mit Ihrem Geschreibsel von sich geben finde ich (als persönlich kaum Betroffener) aber einfach nur noch jämmerlich. Wie muss sich jedoch ein Betroffener vorkommen, der nicht nur psychische und/oder körperliche Gewalt selbst erfahren musste, sondern auch von den Behörden (bestenfalls) ignoriert und nun auch noch im BLICK verhöhnt wird?
Aber das braucht Sie ja nicht zu kümmern. Der einzige Wert, den Sie in Ihrem Leben zu haben scheinen, ist es, sich auf Kosten anderer lustig zu machen und dafür vor nichts zurück zu schrecken. Nicht einmal in Bezug auf halbbegabte Sängerbarden ist eine solche Einstellung sehr appetitlich - bei Opfern von physischer, psychischer und struktureller Gewalt des feministisch kontrollierten Staatsapparates ist sie EINFACH NUR ZUM KOTZEN.
Gerade darin besteht der wesentliche Unterschied zwischen Esteriore und Neuhaus: Der eine mag ein expansives Exhibitionsbedürfnis haben und muss durch sein Auftreten in der Öffentlichkeit damit rechnen, auch nicht sehr schmeichelhafte Rückmeldungen zu erfahren. Der andere ist nicht nicht nur Opfer seiner Frau geworden, sondern auch Opfer eines Staatsapparates, der ihn verhöhnt und ihm elementare Menschenrechte abspricht. Neben seinen Gewalterfahrungen, die von Richtern und Behörden so verdreht werden, dass sie gegen ihn verwendet werden, weigert sich die zuständige Vormundschaftsbehörde, ihm trotz gültigem Gerichtsurteil Kontakt zu seinem Sohn zu verschaffen. Wundert es Sie da wirklich, dass so jemand wie Daniel Neuhaus nicht sehr gut auf die Behörden zu sprechen ist?
Zum Schluss noch etwas: Als Verein mannschafft versuchen wir die Interessen der von Trennung und Scheidung betroffenen Männern so gut wie möglich zu vertreten - all das ohne einen einzigen Franken an Subventionen. Fälle wie Herr Neuhaus sind dabei nicht selten. Selten ist aber, dass sich ein Betroffener in diesen Fragen engagiert und damit ein Tabu bricht - Tabu auch deshalb, weil man damit von Leuten wie Ihnen und der Zeitung, für die Sie schreiben in den Dreck gezogen wird, wenn Sie uns nicht gerade tot schweigen. Wir werden uns auch weiterhin für diejenigen Menschen einsetzen, die in diesem Staat (und erst recht im Deutschschweizer Pressefilz) keine Stimme haben. Dabei werden wir auch mit Leuten zusammen arbeiten, die sich ohne Ausbildung und mit grossem Engagement für Themen engagieren, von denen niemand anderes etwas wissen will - auch wenn sie nicht immer genau den richtigen Ton treffen.
In Bezug auf Sie würde ich mir wünschen, dass Sie in Ihrem Leben mehr zustande bringen, als in einem Gossenblatt Häme über andere auszugiessen. Das mindeste, was Sie tun können, ist sich öffentlich bei den Opfern von Frauengewalt zu entschuldigen.
Freundliche Grüsse
Michael De Luigi
Cavelty hat folgendes darauf geantwortet:
Lieber Herr De Luigi,
ich möchte darauf hinweisen, dass ich in meinem Artikel extra die Homepage von Herrn Neuhaus, www.mann-als-opfer.com, angegeben habe - für Leser, die sich vertieft mit der Problematik auseinander setzen wollen. Nicht, dass ich dafür Dank erwarte ... Der primitive, frauenfeindliche Witz, der im Text vorkommt, stammt just von der Homepage von Herrn Neuhaus.
Alles Gute wünscht
Gion Mathias Cavelty
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organisiert von mannschafft