Paar macht halbe Sachen bei der Gütertrennung
Dienstag, den 02. Dezember 2008 um 13:06 Uhr
Bei ihrer Trennung findet ein Paar in Kambodscha eine salomonische Lösung für ihre güterrechtliche Auseinandersetzung: Sie teilen ihren Besitz in zwei Teile - unter anderem ihr Haus.

Das Paar war 40 Jahre lang verheiratet und lebt in einem Dorf, das etwa 80 km von der kambodschanischen Hauptstadt Pnom Penh entfernt liegt. Der Dorfvorsteher Vorng Morn sagte über die beiden, dass kein grosser Streit die beiden entzweit hätte, sondern eher Kleinigkeiten. So hätte der Ehemann seiner Frau vorgeworfen, sie hätte sich nicht um ihn gekümmert, als er krank geworden sei. 'Seine Frau sagte, dass er seine Medikamente nicht bezahlen wolle, wenn er krank sei. Wenn er bei seinen Eltern leben würde, müsse sie nichts bezahlen.' Der Dorfvorsteher wie andere Dorfbewohner auch hätten versucht, auf die beiden einzuwirken, dass man wegen solchen Fragen eine 40-jährige Ehe nicht einfach wegwerfe - ohne Erfolg.
Die beiden hatten sich zur Trennung entschlossen. Und weil der Gang vor Gericht zu teuer gekommen wäre, nahmen sie die güterrechtliche Auseinandersetzung selbst in die Hand. Das Land der Familie wurde in vier Teile geteilt, wovon je ein Teil auch an den Sohn und die Tochter des Paares ging. Mit einer Säge, einem Hammer und der Unterstützung einiger Bekannten machte sich der Ehemann an die Teilung des Hauses. Zuvor wurden die Gegenstände im Eigentum der Ehefrau sorgfältig in den nicht zur Demontage bestimmten Hausteil verschoben. Den abgebrochenen Hausteil will der Mann neben dem Haus seiner betagten Eltern wieder aufbauen, damit er für ihre Pflege in der Nähe sein kann.
Gemäss einem kambodschanischen Anwalt ist diese Teilung legal, solange sie mit dem gemeinsamen Einverständnis der Betroffenen geschieht. Vor dem Gesetz sind die beiden jedoch noch nicht geschieden.