| Eine moderne Geschichte |
|
|
|
| Montag, den 18. Mai 2009 um 21:47 Uhr |
|
In einem lieben Land gibt es viele liebe Familien. Sie leben glücklich zusammen bis zu dem einen Tag. Da gehen Mutter und Vater eigene Wege. Die lieben Kinder sind verdutzt. Sie möchten das nicht. Da kommt ein lieber Gesetzeshüter. Er richtet über die zukünftigen Verhältnisse. Der liebe Richter spricht zu den lieben Kindern: von Patrick Baumann * Geht zu Eurer Mami. Eure Mami wird wissen, was sie tut. Der liebe Papi wird für Euch bezahlen. Es wird Euch gutgehen. Wenn Ihr wollt, dürft Ihr den lieben Papi zweimal pro Monat sehen." Die lieben Kinder glauben dem lieben Gesetzeshüter. Und alles ist wieder wunderbar. Doch hat der Abschied von den Kindern ein Loch in die Seele des lieben Papis gegraben. Das Loch ist tief. In den kleinen Seelen der lieben Kinder klaffen viele kleine Löcher. Löcher, die der liebe Papi einst zu stopfen wusste. Die vielen kleinen Löcher in den Seelen der lieben Kinder verheilen zu vielen kleinen Narben. Sie werden immer sichtbar bleiben und mithelfen die vaterlose Gesellschaft zu festigen. Die lieben Mamis schauen tatenlos zu. Die lieben Richter sprechen weiterhin ein alleiniges Sorgerecht für die Mütter aus. Die lieben Frauenrechtlerinnen sind empört und auf der Seite der Mütter. Die lieben Politiker bearbeiten lieber Finanzen als Gesellschaftspolitisches, erkennen doch die Problematik, sagen, wenn es, aber und es sei wichtig, ja, dann vielleicht, trotzdem könne und müsse, jedoch und überhaupt... Und bei jedem ihrer stichhaltigen Argumente spricht ein Richter Recht und hinterlässt kleine Löcher in kleinen Seelen kleiner Kinder...
* Patrick Baumann ist Betreiber der Internetseite doubtfire.ch
Zur Entstehung seiner Geschichte schreibt er: "Eine ähnliche Geschichte steht in der Biographie von Bruno Manser (Autor der Biographie Ruedi Suter). Der Text stammt von Franz Hohler und handelt vom Regenwald. Ich habe die Geschichte etwas umgeschrieben auf unser Thema. Franz Hohler hat übrigens sein Einverständnis dazu gegeben und die Geschichte als nicht mehr seine, sondern als meine deklariert." |


