| Pro Juventute verletzt Interessen der Kinder |
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| Dienstag, den 15. September 2009 um 18:37 Uhr |
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In der Schweiz tummeln sich viele Organisationen, die vorgeben, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu vertreten. Dass nicht wenige dieser Gruppierungen jedoch Kinder lediglich für ihre ideologischen und finanziellen Ziele benutzen, belegt das Beispiel Pro Juventute (PJ).
(...) Obwohl in der Schweiz besonders Kinder unter der heutigen Praxis bei Trennungen und Scheidungen leiden, in den Streit ihrer Eltern einbezogen werden und häufig einen Elternteil als Konsequenz daraus verlieren, möchte PJ am heutigen Zustand nur wenig ändern. Die Sicherstellung der Beziehung zu beiden Eltern nach deren Trennung oder eine Verminderung der Elternkonflikte durch Verfahren wie der angeordneten Mediation sind für PJ kein Thema. In Gegenteil: Gemäss PJ soll in Scheidungsverfahren die Offizialmaxime gestärkt werden, d.h. der Staatsapparat (Richter, Sozialämter, Gutachter usw.) weiss besser, was für die betroffenen Kinder gut ist als ihre Eltern. Für PJ steht die Schaffung von Begleitungsangeboten für scheidungsbetroffene Kinder sowie die Einführung einer flächendeckenden Anhörung von Kindern in Scheidungsverfahren im Vordergrund – ungeachtet der Tatsache, dass diese für die betroffenen Kinder höchst problematisch sein können. Wörtlich schreibt PJ: „pro juventute ist gerne bereit, an der Entwicklung dieses Programms mitzuarbeiten. Erst wenn die verfahrensrechtliche Stellung der Kinder angemessen aufgewertet ist – beispielsweise wenn 80 % der von Scheidungen betroffenen Kinder angehört werden – darf von einem gesellschaftlichen Wandel gesprochen werden, der die vorgeschlagene Anpassung der gesetzlichen Sorgerechtsregelung rechtfertigt.“ Es ist offensichtlich, dass eine solche Verknüpfung zwischen Kindesanhörung und elterlicher Sorge abstrus ist.PJ macht klar, dass sie weniger an der Linderung der Leiden von Kindern und Jugendlichen verpflichtet ist als dem eigenen Geldbeutel. Anstatt das Problem an der Wurzel zu lösen, die Verständigung der Eltern untereinander zu fördern und damit den Kindern trotz Trennung eine lebendige Beziehung zu beiden Eltern zu bewahren, möchte PJ lediglich die Symptome einer völlig verqueren Scheidungspraxis behandeln. Dies nützt den betroffenen Kindern nur wenig, sicherlich aber dem eigenen Porte-monnaie und den ideologischen Vorstellungen des PJ-Personals. Dazu muss man wissen: Der PJ-Verantwortliche für das Ressort Politik ist Michael Marugg, seines Zeichens auch Vizepräsident des Marie-Meierhofer-Instituts, das eine methodisch fragwürdige Studie zum Thema Scheidungseltern veröffentlicht hat, die Existenz der induzierten elterlichen Entfremdung (PAS) bestreitet und Druck für die flächendeckende Befragung von Kindern bei Scheidungen macht. Marugg ist auch im Vorstand des Netzwerks Kinderrechte. Dabei handelt es sich um einen Verein, der sehr aufmerksam angebliche Verletzung von Kinderrechten von Asylanten beobachtet, die zahlenmässig ungleich viel bedeutenderen Kinderrechtsverletzungen im Rahmen von Trennung und Scheidung in der Schweiz vollständig ignoriert. Die Schweizerische Vereinigung für Gemeinsame Elternschaft (GeCoBi) hat bereits im Juli in einem Schreiben an die Vorstandsmitglieder von PJ gegen die einseitige und letztlich kinderfeindliche Sicht auf die Fragen von Trennung und Scheidung protestiert. Im Gespräch (zudem Marugg offenbar von seinen Vorgesetzten verdonnert wurde) mit Oliver Hunziker, dem Präsidenten von GeCoBi sowie Michael De Luigi, Vorstandsmitglied von mannschafft hat er sein Desinteresse an dieser Frage unterstrichen und bestätigt, dass PJ an der reinen (bezahlten) Symptombekämpfung bei den Leiden der Kinder an Trennung und Scheidung festhalten will.
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