Britische Polizeichefs wollen Register für männliche Täter bei Häuslicher Gewalt
Dienstag, den 01. Dezember 2009 um 10:06 Uhr
Nicht nur in der Schweiz hat eine kleine Clique von Sexisten die staatlichen Strukturen unterwandert, sondern auch in Grossbritannien. Dies zeigt das Beispiel einer Forderung des britischen Verbandes der leitenden Polizeioffiziere. Dieser fordert allen Ernstes, dass der Staat ein Verzeichnis von Männern anlegt, die wegen Häuslicher Gewalt verurteilt wurden. Der Zugriff darauf soll jedoch ausschliesslich auf Frauen beschränkt sein.
In Bezug auf Häusliche Gewalt ist die Polizei im Vereinigten Königreich ebenso auf dem männlichen Auge blind wie hierzulande. 'Häusliche Gewalt ist männlich', so das unumstössliche Dogma in den Amtsstuben und Polizeiposten - in Zürich, in der Schweiz und auch auf der anderen Seite des Kanals. Deshalb kommt der Vorschlag der 'Association of Chief Police Officers' (ACPO) auch wenig überraschend. Sie will alleinstehenden Frauen die Möglichkeit geben, mögliche neue Partner daraufhin abzuklopfen, ob sie zuvor wegen Häuslicher Gewalt angezeigt oder verurteilt wurden. Diese Männer sollen in ein Register eingetragen werden, zu dem Frauen (und nur sie) ungehinderten Zugang hätten.
Dieser Vorschlag lehnt an die Pädophilen-Register in den USA an. Dort kann jeder Bürger die Wohnorte jener Pädophiler erfahren, die nach der Verbüssung ihrer Strafe wieder in die Freiheit entlassen werden. Die Folge davon ist, dass diese Leute kaum mehr eine Chance haben, irgendwo zu wohnen oder eine Stelle zu finden und es in der Folge zu vielen Suiziden und Akten der Selbstjustiz gekommen ist. Diese Form des mittelalterlichen Prangers schwebt nun auch den britischen Chef-Polizeibeamten vor.
Hinzu kommt, dass von diesem Register jene Gruppe ausgeschlossen wäre, die ein mindestens genau so grosses Interesse an solchen Informationen hätte - nämlich jene getrennten und geschiedenen Väter, deren Kinder mit einem neuen Partner ihrer Ex-Frau zusammen leben müssen. Es gibt sehr viele Berichte von machtlosen Vätern, die mit ansehen müssen, wie ihre Kinder von den neuen Partnern von deren Müttern mit deren Wissen oder gar Einverständnis misshandelt oder missbraucht werden. Kein Amt und keine Behörde hält es für nötig, den Vater über solche Ereignisse zu informieren oder gar für deren Bewältigung mit einzubeziehen.
Die Idee, betroffenen Vätern den Zugriff auf ein solches Verzeichnis zu verweigern, offenbart nicht nur ein offensichtlich sexistisches Verständnis von Staatsbürgertum, in denen es ein priviligiertes und ein diskriminiertes Geschlecht gibt, sondern auch eine zutiefst totalitäre Haltung gegenüber dem Staat und seinen Bürgern. Die Polizei sieht sich nicht dem Gesetz verpflichtet, sondern als Vollstreckerin einer Ideologie. Das 20. Jahrhundert ist reich an solchen Vorstellungen, man denke nur an den sowjetischen NKWD sowie deren deutsche Pendants Gestapo und Staatssicherheit. Leider scheint man im 21. Jahrhundert aus diesen traurigen Erfahrungen nichts gelernt zu haben.
In einem demokratischen Rechtsstaat werden jene, die gegen die Gesetze des Landes verstossen haben, von einem Gericht verurteilt und nach der Verbüssung der Strafe wieder in die Gesellschaft integriert. Doch auch bei uns immer fordern immer mehr Verantwortliche (auch und vor allem aus den angeblich so aufgeklärten linksfeministischen Kreisen) die lebenslange Ächtung jener, die einen Fehler begangen haben und dafür bereits bestraft wurden. Dies ist nicht nur ein Schritt zurück ins Mittelalter, sondern auch hin zu einem totalitären Staatswesen, indem Willkür und Despotie an der Tagesordnung sind. Ähnlich wie im Stalinismus oder während der französischen Revolution reicht es aus, dass irgendjemand einen sei es auch noch so vagen Verdacht äussert, und schon fällt man in gesellschaftliche Ächtung und muss um sein Leben fürchten. In der ach so demokratischen und freiheitlichen Schweiz des 21. Jahrhunderts sind wir von diesem Punkt nicht weit entfernt. Wer dies nicht glaubt, möge einmal mit einem Vater sprechen, der haltlos des Missbrauchs seiner Kinder verdächtigt wird.
Der bizarre Vorschlag der ACPO wurde in Grossbritannien sogar in einer Sendung der BBC ernsthaft diskutiert. Nicht diskutiert wurde jedoch, weshalb in Europa immer mehr radikale Männer- und Väterhasser die staatlichen Stellen unterwandern. Sie leisten keinerlei Beitrag zur nachhaltigen Lösung von Problemen, sondern missbrauchen ihre Position, und von dort aus ihren undemokratischen, sexistischen und totalitären Krieg gegen einen Teil der eigenen Bevölkerung führen zu können.