Samstag, 31. Juli 2010
Eine Alleinerziehende plaudert aus dem Nähkästchen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 01. Dezember 2009 um 15:45 Uhr
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Madonnen-Mythos Alleinerziehende
Alleinerziehende Frauen sind bei vielen Leuten - vor allem in der Politik und beim Staat - das Objekt marienhafter Verehrung. Alleinerziehende - pardon, Einelternfamilien, denn den anderen Elternteil hat man ja erfolgreich aus dem Familienleben herausgekegelt - haben es auch gar schwer. Doch nun plaudert eine Alleinerziehende aus dem Nähkästchen und feiert ihren Lebensstil. Sie beschreibt die vielen angeblichen Vorzüge des Alleinerziehens - und vergisst dennoch noch einiges.

Das Leben einer Alleinerziehenden ist nichts als Mühsal und Pein. Sie quält sich als bedauernswerte Märtyerin des Familienlebens in zahllosen Stunden, Tagen, Wochen und Jahren selbstlos und aufopferungsvoll zum Wohle ihrer Kinder ab, muss Kinder, Küche und Karriere und einen Hut bringen. Gleichzeitig macht sich der böse Ehemann, der die Familie hinterlistig im Stich gelassen hat, mit den nicht bezahlten Alimenten einen schönen Lenz. So der Mythos in unzähligen Amtsstuben und Gerichtssälen.

Nicht, dass wir den Amtspersonen, Medienschaffenden und Politikern ihren religiösen Glauben nehmen wollen. Doch die Wirklichkeit einer Alleinerziehenden sieht ein wenig anders aus. Dies erzählt in der NZZ am Sonntag eine Betroffene gleich selbst. Sabine Windlin listet 15 Gründe auf, weshalb es Alleinerziehende besser haben. Sie hätte auch noch hinzufügen können, dass sie von einer ausufernden staatlichen Unterstützung profitieren kann. Diese Subventionen, die im Wesentlichen von doppelt verdienenden Eltern und die Früchte ihrer Tätigkeit bereit gestellt werden, schaffen einen wesentlichen Anreiz für diese Lebensform. Gerne hätten wir jedoch auch vernommen, was denn der Sohn der Autorin zu dem von seiner Mutter und Vater Staat so gepriesenen Lebensmodell hält.

 

Nachtrag 27.12.09:

Ursprünglich stand hier der Artikel im Volltext. In den letzten Tagen hat sich die Autorin bei uns gemeldet und dafür Urheberrechtsgebühren verlangt (schliesslich lässt sich ja der ach so tolle Alleinerziehenden-Lebensstil nicht nur mit Staatssubventionen pflegen). Obwohl unterschiedliche Rechtsauffassungen zur Frage der Publikation bereits in Zeitungen publizierten Artikeln bestehen, sind wir dem Wunsch der Autorin nachgekommen, den Artikel widrigenfalls zu entfernen. Wir möchten unsere Energie lieber in wichtigere Rechtshändel wie die Durchsetzung der Menschenrechte in der Schweiz investieren als mit eher müssigen Urheberrechtsstreitereien. Nicht verzichten wollen wir hingegen auf das Setzen eines Links (siehe oben); schliesslich gibt es globale Konzerne, die mit Verweisen auf fremdes geistiges Eigentum jedes Jahr Milliardenprofite erzielen.