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Freitag, 10. September 2010
Einem Kind ist durch Vorenthaltung des Vaters nicht gedient Drucken E-Mail
Dienstag, den 06. März 2007 um 08:33 Uhr
Prof. Dr. Allan Guggenbühl, der renommierte Kinderpsychologe, spricht anlässlich der mannschaft-Medienkonferenz vom 22.1.2007 Klartext: Kinder brauchen Ihre Väter - ganz egal, ob sie in den Augen der Mütter oder der Behörden auch 'gute' Väter sind. Der folgende Text ist eine Zusammenfassung seiner Aussagen gegenüber den Medien.

"In meiner Praxis mit Familien und Kindern stelle ich als erfreulichen Fortschritt fest: Väter kümmern sich vermehrt um ihre Kinder.
Damit das gelingt, muss aber Vaterschaft auch ermöglicht werden.

In unserer Gesellschaft gilt jedoch folgendes:

  • Eine Vater-Kind-Beziehung ist nur möglich, wenn die Mutter kooperiert.
  • Mutter und Vormundschaft erlebe ich als beurteilende Instanzen.
  • Für die Durchsetzung der Väterrechte besteht keine ausreichende Handhabe, so dass Mütter ihre Interessen problemlos durchsetzen können.

Ein von der Mutter getrennt lebender Vater hat Anrecht auf Kontakt zu seinen Kindern. Es ist mir unverständlich, warum eine Vormundschaftsbehörde das nicht sieht. Und solange keine Kindsgefährdung besteht, ist der Vater-Kind-Kontakt im Interesse des Kindes und deshalb zu gewährleisten. Der Vater schreibt der Mutter auch nicht vor, dass sie mit dem Kind in den Zoo gehen soll, statt Eishockey im Fernsehen anzuschauen. Genauso brauchen auch Väter keine anderen Instanzen, die ihnen vorschreiben, wie sie ihre Zeit mit dem Kinde verbringen sollen.

Mütter schildern ihre subjektiv wahrgenommenen Probleme aber drastisch (z. B. die Tochter sei nach Vaterbesuchen immer müde, krank, usw.). Sie finden damit aufgrund der kollektiven Einstellung pro Mutter bei Vormundschafts- und Justizbehörden leicht Gehör. Ich finde jedoch, selbst wenn es Konflikte gibt, selbst wenn es langweilig ist mit dem Vater, ist das kein Grund, den Vater-Kind Kontakt zu behindern. Weder von Seiten der Mutter noch von Seiten der Behörde. Ein Kind hat auch Anrecht auf Konflikte mit seinen Eltern. Der Mutter-Kind Kontakt wird dadurch ja auch nicht in Frage gestellt. Scheidungskinder haben - wie alle anderen Kinder - auch ein Anrecht auf 'schwierige' Väter und 'mühsame' Mütter. Eine Beziehung zu pflegen, ist wichtig; dies heisst aber nicht nur Harmonie! Es braucht ein neues Verständnis!

Aufgrund der heutigen Praxis fühlen sich viele Väter betrogen, hilflos und enttäuscht."


Auf JournalistInnen-Fragen:

Was soll getan werden, wenn das Kind nicht zum Vater will?
Wichtig wäre, dass der Kinderkontakt ritualisiert würde, d.h. er sollte in regelmässiger Form stattfinden können. Fachstellen sollten eine solche Deklaration einer Mutter nicht einfach so hinnehmen. Stattdessen sollten die ureigenen Motive dieser Mutter in einem auf solche Behauptungen folgenden Prozedere von den Fachstellen - mit Einbezug von PsychologInnen - hinterfragt werden. Es müsste also für die Mutter etwas komplizierter werden! Aber auch wenn sich die Kinder selbst gegen Besuche beim Vater wehren, ist der genaue Grund dafür abzuklären. Oftmals stellt sich dabei heraus, dass die Kinder hier nur mehr oder weniger offene Vorgaben der Mutter befolgen. Solche Manipulationen von Kindern sind aber sehr schlimm.

Vormundschaftsbehörden sind ja Laien. Sind nicht Bestrebungen im Gang, diese zu professionalisieren (ZGB ist in Revision)?

Es scheint mir fraglich, ob eine sog. Professionalisierung eine Veränderung bewirken würde. Die aufgezeigte Einstellung ist bei Behörden als Tendenz einfach zu stark vorhanden.

Soll eine Fremdplatzierung von Kindern im Falle von Besuchsrechtsverweigerungen in Betracht gezogen werden?
Nur allenfalls als allerletzter Schritt.


(Zusammengefasst von Hanspeter Küpfer und Lukas O. Bendel, mannschafft)