Zusammenfassung der Pressekonferenz vom 14. Juni in Bern
Freitag, den 15. Juni 2007 um 14:00 Uhr
Eltern- und Väterorganisationen für Vermittlungslösungen beim SorgerechtDie Schweiz ist praktisch das letzte Land in Europa, welches die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall nicht kennt. Dies soll sich nun ändern. Väter- und Elternorganisationen aus der ganzen Schweiz haben einen Gesetzesvorschlag erarbeitet, den sie aus Anlass des ersten nationalen Vätertages gemeinsam der Öffentlichkeit vorstellen.
Mehr als 25 Jahre nach der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau sollen nun auch Mutter und Vater gleich gestellt werden. Zudem wollen die Initianten die Diskriminierung von unehelichen Kindern und ihren Vätern im Gesetz beseitigen. Das Hauptanliegen ist jedoch, den von Trennung und Scheidung betroffenen Kindern eine lebendige Beziehung zu beiden Elternteilen zu bewahren.
Der Entwurf sieht vor, dass nicht nur verheiratete, sondern auch unverheiratete, getrennte oder geschiedene Eltern gemeinsam für die Belange ihrer Kinder verantwortlich sind und auch bleiben. Sowohl Mutter als auch Vater sollen nach einer Trennung grundsätzlich den gleichen Anteil an der Erziehung ihrer Kinder erbringen. Dies würde gegenüber heute nicht nur die allein erziehenden Mütter von ihrer Dreifachbelastung durch Kindererziehung, Arbeit und Haushalt entlasten, sondern böte auch Vätern die Chance, aktiv am Aufwachsen ihrer Kinder Teil zu haben.
Die betroffenen Eltern sollen jedoch selbst eine für sie und ihre Kinder passende Lösung in Bezug auf Kinderbetreuung und Unterhalt erarbeiten. Natürlich ist es gerade in Trennungssituationen oft alles andere als einfach, eine gemeinsame Basis für die künftige Erziehung und Betreuung der eigenen Kinder zu finden. Deshalb sollen diese Eltern auf die Unterstützung des Staates bei der Ausarbeitung einer Vereinbarung zählen können. Erst wenn sich Eltern auch nach einem Vermittlungsverfahren nicht einig werden, soll das Gericht die Höhe des Kindesunterhalts und weitere Detailfragen festlegen.
Mit ihrem Vorschlag streben die Eltern- und Väterorganisationen langfristig tragfähige Lösungen für alle Beteiligten an. Sie wollen, dass jahrelange Rosenkriege um Sorgerecht und Obhut zulasten der betroffenen Kinder der Vergangenheit angehören. Die Initianten möchten auch, dass mit der Verwirklichung ihres Entwurfes nicht nur die Situation der von Trennung und Scheidung betroffenen Kinder drastisch verbessert wird. Auch deren Eltern sollen mit einer einvernehmlichen Lösung in die Gestaltung der Zukunft ihrer Kinder eingebunden werden.
Die Väter- und Elternorganisationen erwarten, dass sich mit der Umsetzung ihres Vorschlages die direkten und die gesellschaftlichen Kosten von familiären Konflikten massiv senken lassen. Insbesondere gehen sie davon aus, dass die Zahl der Besuchsrechtsverweigerungen wie auch der Alimentenausfälle massiv zurückgehen wird.
Vertretene Organisationen:
mannschafft bei Trennung und Scheidung, Coordination Romande des Organisations Paternelles (CROP), Associazione dei genitori non affidatari (AGNA), Verein verantwortungsvoll erziehender Väter und Mütter (VEV), IGM-Bern, MANNzipation, Mrs. Doubtfire, Kinder ohne Rechte, Selbsthilfegruppe Väter ohne Sorgerecht Thurgau und Umgebung (VoS), ig väter schweiz